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Bad Schwalbach, Kreis und Kurstadt,

im westlichen Untertaunus, liegt 300 bis 400 Meter über NN in einer landschaftlich überaus reizvollen, waldreichen Gegend. Zu den in seiner weiteren Umgebung gelegenen Großstädten Wiesbaden, Mainz, Frankfurt am Main und Koblenz, zum weltberühmten Rheingau (Wispertalstraße) sowie zu den beschaulichen und erholsamen Plätzen der Taunuslandschaft bestehen gute Verkehrsverbindungen (Autobuslinien sowie teilweise ausgezeichnete Straßen -,,Bäderstraße"). Schwalbach bietet einen um reichen Stoff in bezug kulturgeschichtlicher Ereignisse, da Schwalbach seit 300 Jahren nicht nur unter den vorzüglichen Heilbädern Deutschlands und ein volles Jahrhundert sogar als Luxusbad ersten Ranges glänzt, sondern auch von 1794 bis 1816 der Sitz der sämtlichen Centralbehörden der ehemaligen Niedergrafschaft Catzenelnbogen war. Als ,,Langinswalbach" wurde die Stadt erstmals im Jahr 1352 urkundlich erwähnt. Der Flecken dürfte aber mehrere Jahrhunderte zuvor schon bestanden haben. Dafür sprechen frühest aufgefundene Urkunden. Seine Einwohner lebten überwiegend vom Wollweberhandwerk, einem Gewerbezweig, der in den angrenzenden Hadamarern und Dillenburger Ländern ebenfalls verbreitet war. Den Wollwebern ging es recht gut. Schon im Jahr 1471 hielten sie den ersten Gottesdienst in ihrer neuen Kirche, heutige Martin-Luther-Kirche, möglicherweise das älteste Bauwerk unserer Stadt. In dieser Kirche wurde der Enkel des Ritters Götz von Berlichingen bestattet. Die Grabplatte des 1588 verstorbenen Johann Gottfried ist heute noch ein Schmuckstück des sonst einfachen und schlichten Gotteshauses. Das früher bescheidene Dorf gewann größere Bedeutung und ein vorteilhafteres Aussehen erst infolge des Bekanntwerdens seiner ausgezeichneten Mineralquellen. Die Zahl der Kurgäste nahm ständig zu. Aufgrund vorhandener Dokumente aus früheren Jahrhunderten wurden einige Namen der bedeutendsten Gäste überliefert. So kam Kurfürst August von Sachsen mit seiner Gemahlin Anna, Feldmarschall Tilly, Ritter Franz von Sickingen, der Philosoph Leibniz und der Kupferstecher Merian. Ihnen allen war der Gebrauch der Quellen von Langenschwalbach empfohlen worden - das Wasser half ihnen wohl auch. Sie tranken das Heilwasser der Bad Schwalbacher Brunnen (der bekannteste war der Weinbrunnen) und badeten in dem Wasser des Brodelbrunnens. Obwohl der Ort 1632 fast vollständig abbrannte, verhalf der nach wie vor gute Ruf seiner Quellen zu einem raschen Wiederaufbau. Die Stadt blühte erneut auf, das Badeleben zwang sie dazu. Zweifellos nimmt Bad Schwalbach unter den deutschen Eisenquellen den ersten Rang ein. Seine Brunnen besitzen jene Eigenschaft, die eine vorzügliche Eisenquelle charakterisieren, nämlich hohen Eisengehalt, Reichtum an Kohlendioxyd und das gänzliche Zurücktreten aller anderen Bestandteile. Das wohlschmeckende Wasser macht eine Trinkkur auch heute noch leicht und angenehm.
In der ersten Periode seiner Entwicklung war Schwalbach nur ein einfaches Heilbad. Das gutschmeckende Wasser des Weinbrunnens wurde keineswegs nur innerhalb Deutschlands, sondern auch nach Frankreich, Holland, in die Schweiz und nach Prag versandt, in Fässern oder Krügen, oftmals mit Wein vermischt, weil eine größere Frischhaltung vermutet wurde. Zwei bedeutenden Ärzten, nämlich Fenner von Fenneberg 1798 bis 1848) und Adolph Genth (1838 bis 1888), dem Verfasser der Geschichte dieses Badeortes, verdanken wir den internationalen Namen des Heilbades. Denn außer Deutschen suchten viele Ausländer hier Heilung, weshalb sich Schwalbach mit vollem Recht später ein ,,Weltbad" nennen konnte.
Ein bedeutsames Kurmittel ist außerdem die milde, sauerstoffreiche Gebirgsluft. Dieses gemäßigte Reizklima ist ein großer Heilfaktor. Der heutige Badebetrieb wird vom Land Hessen sehr gefördert. Bad Schwalbach ist ein Staatsbad wie das benachbarte Schlangenbad und die hessischen Bäder Hersfeld, Nauheim, Wildungen sowie Salzhausen, König und Wimpfen. Die Kurgastzahl stieg von etwa 2.000 in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, dank der ganzjährigen Kurzeit, auf heute knapp 20.000 jährlich. In stetigem Aufstieg entwickelte sich Schwalbach zu einem deutschen Luxusbad. Zahlreiche europäische Herrscher, beispielsweise das französische Kaiserpaar und die russische Zarenfamilie, weilten hier zur Kur.In ihrem Gefolge befanden sich Fürsten, Grafen, aber auch Glücksritter und Spieler, die im Casino ihr Glück versuchten und dabei verloren. Damen und Herren liebten das Hasardspiel. Im größten Spielsaal standen damals 30 Spieltische. Die meisten Vergnügungen fanden im heutigen Alleesaal statt. Zuweilen sei es hoch hergegangen, wobei die Bürger dieser Stadt wohlhabend geworden sein sollen. In der Stadtmitte zeugen viele, mit kunstvollem Schnitzwerk versehene, schöne Fachwerkbauten noch heute davon, daß alle an der Kur verdienten, sogar die Kinder. Die Buben sollen sich als Laternenträger nützlich gemacht haben, um die Gäste nächtens zu ihren Quartieren über die offenen Bäche am Rand der Hauptstraße zu geleiten oder sie vielleicht hineinplumpsen zu lassen, dann nämlich, wenn das Trinkgeld nicht hoch genug war ! Und die Mädchen durften, so wird berichtet, als Zofen die Betten der Fürstlichkeiten aufschütteln und mehr oder weniger fürstliche Geschenke entgegennehmen. Damals kamen neben anderen, viele Engländer hierher. Auf ihrer Insel hatten aufsehenerregende Veröffentlichungen für das Schwalbacher Wasser geworben. Eine inmitten des Kurviertels für die Engländer errichtete Kirche soll noch heute davon erzählen. Der Volksmund nennt sie ,,Englische Kirche". Im Pulverdampf des Ersten Weltkriegs verschwand Bad Schwalbachs großer Glanz. Nach den lnflationsjahren folgte zwar eine kurzlebige Scheinblüte, der Zweite Weltkrieg aber erzwang einen Wandel, der sicherlich vielen schwerfiel. Es hieß Abschied nehmen von Pracht und Luxus. Bad Schwalbach begann sich vom Fürsten- zum Sozialbad zu wandeln. Der Entwicklung bis zur Jetztzeit konnte es sich nicht entziehen. Heute, als Hessisches Staatsbad, lädt es mit seinen zahlreichen eisenhaltigen, kohlensäurereichen Mineralquellen und seinem Eisenmineralmoor ebenso zu Badekuren ein, wie es mit Trinkkuren Heilung und Linderung zu bringen vermag. Das gemäßigte Reizklima, das durch die windgeschützte Lage zwischen unseren bewaldeten Höhen zusätzlich ausgezeichnete klimatische Bedingungen schafft, beeinflußt in idealer Weise den Erfolg der angewendeten Kuren. Die glanzvolle Vergangenheit begegnet Ihnen überall in dieser Stadt: Das Schlößchen der Rothenburger Landgrafen (erbaut 1602, heute Amtsgericht); die Gedenktafel an der Schule für Nikolaus August Otto, dem Erfinder des Verbrennungsmotors, der hier den Anfang seines, die technische Welt verändernden Wissens erfuhr; das Moorbade- und das Kurhaus. Immer wieder treffen Sie auf Spuren der Vergangenheit, die der Gegenwart ihre Impulse geben. Bad Schwalbach ist heute eine Wohn- und Behördenstadt im Grünen, inmitten eines großen Landschaftsschutzgebietes.

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